Ordnungszahl 74 · Übergangsmetall
Wolfram W
Auch bekannt als: Tungsten
Wolfram (W), Element 74, hat den höchsten Schmelzpunkt aller Metalle, etwa 3.695 K (3.422 °C), und eine Dichte nahe der von Gold. Diese Kombination macht es zum Metall der Wahl für Glühfäden, Hartmetall-Schneidwerkzeuge und Strahlenabschirmungen.
Wichtigste Eigenschaften
| Ordnungszahl | 74 |
|---|---|
| Atommasse | 183.84 (Gekürztes Standard-Atomgewicht der CIAAW 2024) |
| Elementgruppe | Übergangsmetall |
| Gruppe | 6 |
| Periode | 6 |
| Block | d |
| Aggregatzustand (25 °C, 1 atm) | Fest |
| Schmelzpunkt | 3695 K (3421.8 °C) |
| Siedepunkt | 5828 K (5554.9 °C) |
| Dichte | 19.3 g/cm³ |
| Elektronegativität (Pauling) | 2.36 |
| Atomradius (Van-der-Waals) | 210 pm |
| Erste Ionisierungsenergie | 7.98 eV |
| Elektronenaffinität | 0.815 eV |
| Oxidationsstufen | +6 |
| Entdeckt | 1783 |
Elektronenkonfiguration
- Kurzform
- [Xe]6s2 4f14 5d4
- Vollständig
- 1s2 2s2 2p6 3s2 3p6 3d10 4s2 4p6 4d10 4f14 5s2 5p6 5d4 6s2
- Elektronen pro Schale
- 2 · 8 · 18 · 32 · 12 · 2
Orbitaldiagramm
Stellung im Periodensystem
Entdeckung
1781 gewann der schwedische Chemiker Carl Wilhelm Scheele eine neue Säure, die Wolframsäure, aus einem Mineral, das damals Tungsten hieß und heute Scheelit genannt wird. Das Metall selbst konnte er nicht isolieren.
1783 erhielten die spanischen Brüder Juan José und Fausto Elhuyar dieselbe Säure aus Wolframit, reduzierten sie mit Holzkohle und isolierten erstmals metallisches Wolfram; ihnen wird die Entdeckung im Allgemeinen zugeschrieben. Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte William Coolidge ein Verfahren, Wolfram so duktil zu machen, dass es sich zu feinem Draht ziehen ließ, und Glühlampen mit Wolframfaden verdrängten bald frühere Bauarten.
Herkunft des Namens
Im Deutschen heißt das Element Wolfram, und von diesem Namen stammt auch das Symbol W. Eine verbreitete Erklärung lautet, die Zinnschmelzer hätten gesagt, das Mineral „fresse“ das Zinn wie ein Wolf und schmälere so ihre Ausbeute („Wolf-Rahm“). Der englische Name tungsten bedeutet dagegen auf Schwedisch „schwerer Stein“. Viele Sprachen, darunter Deutsch und Schwedisch, nennen das Element bis heute Wolfram.
Wichtigste Verwendungen
- Hartmetall: Mit Cobalt gebundenes Wolframcarbid ist fast so hart wie Diamant und wird für Schneidwerkzeuge, Bohrkronen und Bergbaugeräte verwendet – die größte Einzelanwendung von Wolfram.
- Hochtemperaturbauteile: Glühfäden in Glüh- und Halogenlampen, Elektroden von Röntgenröhren, WIG-Schweißelektroden und plasmaberührte Komponenten (Divertoren) in Fusionsreaktoren.
- Schwermetalllegierungen: Gegengewichte, Vibrationsgewichte, Auswuchtmassen und Strahlenabschirmung.
- Werkzeugstähle: Wolfram hält Schnellarbeitsstähle bei Schneidtemperaturen hart.
Isotope
Natürliches Wolfram hat fünf Isotope (180, 182, 183, 184 und 186), wobei Wolfram-184 am häufigsten ist. Bei Wolfram-180 wurde ein Alphazerfall mit außerordentlich langer Halbwertszeit nachgewiesen. Wolfram-182 entsteht aus dem Zerfall von Hafnium-182, was es Wissenschaftlern ermöglicht, mit dem Hafnium-Wolfram-System die Bildung von Planetenkernen zu datieren.
Im Alltag
Die Sangdong-Mine in Yeongwol (Südkorea) gehörte einst zu den größten Wolframminen der Welt und war in den 1950er- und 1960er-Jahren ein wichtiger Devisenbringer des Landes. Weil Wolfram fast genau so dicht ist wie Gold, werden gelegentlich gefälschte Goldbarren mit Wolframkern entdeckt. Manche Bakterien und Archaeen nutzen Wolfram in ihren Enzymen, was es zum schwersten Element macht, von dem man weiß, dass Lebewesen es verwenden. Massives Wolfram ist wenig giftig, Staub aus der Bearbeitung sollte man jedoch nicht einatmen.
Wissenswertes
- Wolfram hat den höchsten Schmelzpunkt aller Metalle.
- Sein Symbol W stammt vom deutschen Namen Wolfram.
- Es ist das schwerste Element, von dem eine biologische Funktion bekannt ist.
Gleiche Gruppe (6)
Datenquellen · Eigenschaften: PubChem Periodic Table (öffentliche Daten der US-amerikanischen NIH/NLM) · Atommassen: gekürzte Standard-Atomgewichte der CIAAW 2024 · Namen: Wikidata (CC0); koreanische Namen nach der Koreanischen Chemischen Gesellschaft. Abgerufen am 2026-09-23.