Ordnungszahl 14 · Halbmetall
Silicium Si
Auch bekannt als: Silicon
Silicium ist das zweithäufigste Element der Erdkruste und in Sand, Quarz und den meisten Gesteinen an Sauerstoff gebunden. In außerordentlich hoher Reinheit wird es zum Halbleiter im Herzen von Computerchips und Solarmodulen – dem Werkstoff, auf dem das digitale Zeitalter gründet.
Wichtigste Eigenschaften
| Ordnungszahl | 14 |
|---|---|
| Atommasse | 28.085 (Gekürztes Standard-Atomgewicht der CIAAW 2024) |
| Elementgruppe | Halbmetall |
| Gruppe | 14 |
| Periode | 3 |
| Block | p |
| Aggregatzustand (25 °C, 1 atm) | Fest |
| Schmelzpunkt | 1687 K (1413.8 °C) |
| Siedepunkt | 3538 K (3264.8 °C) |
| Dichte | 2.3296 g/cm³ |
| Elektronegativität (Pauling) | 1.9 |
| Atomradius (Van-der-Waals) | 210 pm |
| Erste Ionisierungsenergie | 8.152 eV |
| Elektronenaffinität | 1.385 eV |
| Oxidationsstufen | +4, +2, -4 |
| Entdeckt | 1824 |
Elektronenkonfiguration
- Kurzform
- [Ne]3s2 3p2
- Vollständig
- 1s2 2s2 2p6 3s2 3p2
- Elektronen pro Schale
- 2 · 8 · 4
Orbitaldiagramm
Stellung im Periodensystem
Entdeckung
Kieselerde, also Siliciumdioxid, wird seit prähistorischer Zeit in Form von Feuersteinwerkzeugen genutzt und später zur Herstellung von Glas und Keramik. Antoine Lavoisier vermutete 1787, dass Kieselerde das Oxid eines unentdeckten Elements sei, und Humphry Davy versuchte vergeblich, sie zu zerlegen.
Joseph Louis Gay-Lussac und Louis Jacques Thénard stellten 1811 möglicherweise unreines amorphes Silicium her, doch die Entdeckung wird im Allgemeinen dem schwedischen Chemiker Jöns Jacob Berzelius zugeschrieben, der 1824 Kaliumfluorosilicat mit Kalium erhitzte und das Produkt zu amorphem Silicium reinigte. Kristallines Silicium stellte Henri Sainte-Claire Deville 1854 erstmals her.
Die heutige Bedeutung des Siliciums begann Mitte des 20. Jahrhunderts. Verfahren zum Züchten großer Einkristalle und das Zonenschmelzen ermöglichten es, Germanium in Transistoren durch Silicium zu ersetzen, und um 1960 erschienen die ersten integrierten Schaltungen aus Silicium.
Herkunft des Namens
Der Name kommt vom lateinischen silex (Genitiv silicis), „Feuerstein“. Berzelius nannte es silicium – daher der deutsche Name Silicium (auch Silizium geschrieben). Der schottische Chemiker Thomas Thomson schlug 1817 das englische silicon vor, mit der Endung „-on“ von boron und carbon, um den nichtmetallischen Charakter zu betonen. Das Symbol ist Si. Silicium ist nicht mit Silikon zu verwechseln, einer Familie von Polymeren aus Silicium, Sauerstoff und Kohlenstoff.
Wichtigste Verwendungen
- Elektronik: Chips werden aus Siliciumscheiben (Wafern) mit einer Reinheit von über 99,9999999 Prozent gefertigt.
- Solarenergie: Die meisten Photovoltaikmodule verwenden Zellen aus kristallinem Silicium.
- Legierungen: Ferrosilicium wird bei der Stahlherstellung zugesetzt, und Aluminium-Silicium-Legierungen werden zu Motorteilen gegossen.
- Bau und Glas: Kieselerde ist der Hauptbestandteil von Glas, Beton, Zement und Keramik.
- Silikone: Silicium ist der Ausgangsstoff für Silikondichtstoffe, -schmiermittel und -kautschuke.
Isotope
Silicium hat drei stabile Isotope: Silicium-28 (etwa 92,2 Prozent), Silicium-29 (etwa 4,7 Prozent) und Silicium-30 (etwa 3,1 Prozent). Silicium-29 wird in NMR-Studien an Gläsern und Mineralen eingesetzt. Nahezu perfekte Kugeln aus isotopenangereichertem Silicium-28 dienten dazu, Atome präzise zu zählen und die Avogadro-Konstante zu bestimmen – Teil der Arbeiten hinter der Neudefinition des Kilogramms 2019. Die radioaktiven Isotope des Siliciums haben keine breiten Anwendungen.
Im Alltag
Sand, Quarz, Granit und Ton sind reich an Silicium, das rund 28 Prozent der Masse der Erdkruste ausmacht. Kieselalgen und manche Pflanzen bauen Skelette und Strukturen aus Kieselerde.
Wer über viele Jahre feinen kristallinen Quarzstaub einatmet, etwa in Steinbrüchen, beim Steinschneiden oder Sandstrahlen, kann an Silikose erkranken, einer schweren Lungenkrankheit; in diesen Berufen ist Staubschutz daher wichtig.
Wissenswertes
- Wie Wasser ist Silicium im flüssigen Zustand dichter als im festen, sodass festes Silicium auf der Schmelze schwimmt.
- Silicium schmilzt bei etwa 1.687 K (1.414 °C).
- Der Name Silicon Valley spiegelt die Häufung von Chipherstellern südlich von San Francisco seit den 1960er-Jahren wider.
Gleiche Gruppe (14)
Datenquellen · Eigenschaften: PubChem Periodic Table (öffentliche Daten der US-amerikanischen NIH/NLM) · Atommassen: gekürzte Standard-Atomgewichte der CIAAW 2024 · Namen: Wikidata (CC0); koreanische Namen nach der Koreanischen Chemischen Gesellschaft. Abgerufen am 2026-09-23.