50Sn118.71

Ordnungszahl 50 · Metall (Hauptgruppe)

Zinn Sn

Auch bekannt als: Tin

Zinn ist ein silbriges, korrosionsbeständiges Metall mit niedrigem Schmelzpunkt. Mit Kupfer vermischt schenkte es der Welt die Bronze und die Bronzezeit, und heute ist es unverzichtbar im Lot, das elektronische Schaltungen verbindet, und in der Beschichtung von Konservendosen. Außerdem hat es mehr stabile Isotope als jedes andere Element.

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Wichtigste Eigenschaften

Ordnungszahl50
Atommasse118.71 (Gekürztes Standard-Atomgewicht der CIAAW 2024)
ElementgruppeMetall (Hauptgruppe)
Gruppe14
Periode5
Blockp
Aggregatzustand (25 °C, 1 atm)Fest
Schmelzpunkt505.08 K (231.9 °C)
Siedepunkt2875 K (2601.8 °C)
Dichte7.287 g/cm³
Elektronegativität (Pauling)1.96
Atomradius (Van-der-Waals)217 pm
Erste Ionisierungsenergie7.344 eV
Elektronenaffinität1.2 eV
Oxidationsstufen+4, +2
EntdecktAltertum

Elektronenkonfiguration

Kurzform
[Kr]5s2 4d10 5p2
Vollständig
1s2 2s2 2p6 3s2 3p6 3d10 4s2 4p6 4d10 5s2 5p2
Elektronen pro Schale
2 · 8 · 18 · 18 · 4

Orbitaldiagramm

1s2↑↓
2s2↑↓
2p6↑↓↑↓↑↓
3s2↑↓
3p6↑↓↑↓↑↓
3d10↑↓↑↓↑↓↑↓↑↓
4s2↑↓
4p6↑↓↑↓↑↓
4d10↑↓↑↓↑↓↑↓↑↓
5s2↑↓
5p2

Stellung im Periodensystem

Entdeckung

Zinn ist seit der Antike bekannt. Ab etwa 3000 v. Chr. legierten Menschen in Westasien und im Mittelmeerraum es mit Kupfer zu Bronze für Waffen und Werkzeuge. Härter als Kupfer und leichter zu gießen, trieb Bronze den technischen Fortschritt voran.

Zinnerze sind jedoch rar und mussten über weite Strecken gehandelt werden. Der Überlieferung nach gelangte Zinn aus Cornwall im Südwesten Britanniens schon in der Antike in den Mittelmeerraum, und der Zinnbergbau dort dauerte bis ins späte 20. Jahrhundert an.

In der Neuzeit ermöglichte Weißblech, mit Zinn beschichtetes Stahlblech, die Konservenindustrie. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Floatglasverfahren entwickelt, bei dem geschmolzenes Glas auf einem Bad aus flüssigem Zinn schwimmt und so vollkommen ebene Scheiben entstehen.

Herkunft des Namens

Das deutsche Wort Zinn ist wie das englische tin germanischen Ursprungs. Das Symbol Sn kommt vom lateinischen stannum.

Wichtigste Verwendungen

  • Lot: Die größte Anwendung von Zinn. Seit die EU Blei in Elektronik beschränkt hat, sind bleifreie Lote aus Zinn mit Silber und Kupfer Standard.
  • Weißblech: Konservendosen bestehen aus Stahl, der mit einer dünnen Zinnschicht gegen Rost geschützt ist.
  • Flachglas: Der größte Teil des Fensterglases und der Deckgläser von Smartphones entsteht, indem geschmolzenes Glas auf flüssigem Zinn schwimmt.
  • Legierungen: Zinn steckt in Bronze, Hartzinn (Pewter) und Weißmetall-Lagerlegierungen.
  • Verbindungen: Zinn(II)-fluorid in Zahnpasta beugt Karies vor, und Organozinnverbindungen stabilisieren PVC. Tributylzinn, früher in Antifouling-Schiffsanstrichen verwendet, schädigte Meereslebewesen und wurde durch ein internationales Übereinkommen verboten.

Isotope

Zinn hat zehn stabile Isotope, Zinn-112, -114, -115, -116, -117, -118, -119, -120, -122 und -124 – mehr als jedes andere Element. Der Grund: 50 Protonen sind eine „magische Zahl“, die Kerne besonders stabil macht. Zinn-120 ist am häufigsten. Zinn-119 wird in der Mößbauer-Spektroskopie genutzt, und Zinn-126 ist ein Spaltprodukt mit einer Halbwertszeit von etwa 230.000 Jahren.

Im Alltag

Zinn wird hauptsächlich aus Kassiterit (Zinnstein, Zinnoxid) gewonnen; zu den führenden Produzenten zählen China, Indonesien und Myanmar. Weil sein Handel bewaffnete Gruppen in Konfliktgebieten finanzieren kann, wird es zusammen mit Tantal, Wolfram und Gold als „Konfliktmineral“ reguliert.

Metallisches Zinn und anorganische Zinnverbindungen sind wenig giftig, weshalb Zinn für Lebensmittelbehälter verwendet wird; manche Organozinnverbindungen sind jedoch hochgiftig.

Reines Zinn, das lange unter etwa 13 °C gelagert wird, wandelt sich langsam in sprödes graues Zinn um – ein Vorgang, den man „Zinnpest“ nennt. Viele Geschichten machen sie für zerbröselnde Gegenstände an kalten Orten verantwortlich, doch die meisten sind unbelegte Anekdoten.

Wissenswertes

  • Beim Biegen eines Zinnstabs entsteht ein knisterndes Geräusch, das „Zinngeschrei“, verursacht durch Zwillingsbildung der Kristalle.
  • Mit zehn stabilen Isotopen hält Zinn den Rekord unter allen Elementen.
  • Zinn schmilzt bei etwa 232 °C, siedet aber erst bei etwa 2.600 °C.

Gleiche Gruppe (14)

Datenquellen · Eigenschaften: PubChem Periodic Table (öffentliche Daten der US-amerikanischen NIH/NLM) · Atommassen: gekürzte Standard-Atomgewichte der CIAAW 2024 · Namen: Wikidata (CC0); koreanische Namen nach der Koreanischen Chemischen Gesellschaft. Abgerufen am 2026-09-23.