Ordnungszahl 59 · Lanthanoid
Praseodym Pr
Auch bekannt als: Praseodymium
Praseodym ist ein weiches, silbriges Lanthanoidmetall, das an der Luft einen grünen Oxidbelag bildet. Zusammen mit Neodym steckt es in starken Dauermagneten und findet sich außerdem in Schutzbrillen von Glasbläsern, gelben Keramikglasuren und hochfesten Legierungen für Flugzeugtriebwerke.
Wichtigste Eigenschaften
| Ordnungszahl | 59 |
|---|---|
| Atommasse | 140.91 (Gekürztes Standard-Atomgewicht der CIAAW 2024) |
| Elementgruppe | Lanthanoid |
| Gruppe | Lanthanoide/Actinoide (ohne Gruppennummer) |
| Periode | 6 |
| Block | f |
| Aggregatzustand (25 °C, 1 atm) | Fest |
| Schmelzpunkt | 1204 K (930.9 °C) |
| Siedepunkt | 3793 K (3519.8 °C) |
| Dichte | 6.77 g/cm³ |
| Elektronegativität (Pauling) | 1.13 |
| Atomradius (Van-der-Waals) | 239 pm |
| Erste Ionisierungsenergie | 5.464 eV |
| Elektronenaffinität | — |
| Oxidationsstufen | +3 |
| Entdeckt | 1885 |
Elektronenkonfiguration
- Kurzform
- [Xe]6s2 4f3
- Vollständig
- 1s2 2s2 2p6 3s2 3p6 3d10 4s2 4p6 4d10 4f3 5s2 5p6 6s2
- Elektronen pro Schale
- 2 · 8 · 18 · 21 · 8 · 2
Orbitaldiagramm
Stellung im Periodensystem
Entdeckung
1841 trennte Carl Gustaf Mosander aus Lanthanoxid einen weiteren Stoff ab und nannte ihn Didym, „Zwilling“, weil er das Lanthan stets begleitete. Über vierzig Jahre lang galt Didym als einzelnes Element.
Mit dem Fortschritt der Spektroskopie zeigte sich jedoch, dass das Spektrum des Didyms von Probe zu Probe leicht schwankte. 1885 führte der österreichische Chemiker Carl Auer von Welsbach Hunderte fraktionierter Kristallisationen von Didym-Ammoniumnitrat durch und konnte es schließlich in ein grünes und ein rosafarbenes Salz aufspalten.
Das Element des grünen Salzes nannte er Praseodym, das des rosafarbenen Neodym. Einigermaßen reines Praseodymmetall wurde erst im 20. Jahrhundert hergestellt.
Herkunft des Namens
Der Name verbindet das griechische prasios, „lauchgrün“, mit didymos, „Zwilling“ – also „grüner Zwilling“, nach der Farbe seiner Salze. Das Symbol ist Pr.
Wichtigste Verwendungen
- Dauermagnete: Ein Teil des Neodyms in Neodymmagneten wird oft durch Praseodym ersetzt, und das NdPr-Gemisch ist ein Schlüsselrohstoff für Motoren von Elektrofahrzeugen und Generatoren von Windkraftanlagen.
- Schutzbrillen: Didymglas mit Praseodym und Neodym filtert das grelle gelbe Natriumlicht heißen Glases und schützt Glasbläser und Schweißer.
- Färben: Praseodymdotierter Zirkon ergibt eine leuchtend gelbe Keramikglasur, und in Glas erzeugt es einen hellgrünen Ton.
- Legierungen: Mit Magnesium ergibt es hochfeste Legierungen für Triebwerksteile von Flugzeugen.
- Optik: Es dient als Dotierstoff in manchen Faserverstärkern und Lasern.
Isotope
Praseodym hat nur ein stabiles Isotop, Praseodym-141. Radioaktives Praseodym-143 (Halbwertszeit etwa 13,6 Tage) und Praseodym-144 (etwa 17 Minuten) sind Spaltprodukte; Praseodym-144 entsteht beim Zerfall von Cer-144.
Im Alltag
Praseodym wird zusammen mit anderen Seltenen Erden aus Bastnäsit und Monazit gewonnen und oft gemischt mit Neodym hergestellt und gehandelt. China hat einen großen Anteil an Abbau und Raffination.
Das Metall oxidiert an der Luft langsam und wird daher unter Öl oder Schutzgas aufbewahrt. Seine Giftigkeit ist gering, das Metallpulver entzündet sich aber leicht. Der Ausbau von Elektromobilität und Windkraft hat es zu einem Element von strategischer Bedeutung gemacht.
Wissenswertes
- Praseodym bedeutet „grüner Zwilling“.
- Didym galt über vierzig Jahre lang als Element, bevor es in zwei aufgespalten wurde.
- Didymglas schützt die Augen von Glasarbeitern vor dem gelben Gleißen heißen Glases.
Gleiche Elementgruppe (Lanthanoid)
Datenquellen · Eigenschaften: PubChem Periodic Table (öffentliche Daten der US-amerikanischen NIH/NLM) · Atommassen: gekürzte Standard-Atomgewichte der CIAAW 2024 · Namen: Wikidata (CC0); koreanische Namen nach der Koreanischen Chemischen Gesellschaft. Abgerufen am 2026-09-23.